Michael Friedman hat zu diesem Bericht beigetragen.
Gute Nachrichten für die US-Kryptoindustrie: Eine wichtige Änderung macht Krypto-ETFs jetzt noch flexibler und effizienter. Vergangene Woche hat die US-Börsenaufsicht SEC das sogenannte „In-Kind Creation and Redemption“-Verfahren für Krypto-ETFs genehmigt, darunter auch Fonds, die Bitcoin und Ethereum abbilden.

Was bedeutet das einfach erklärt?
Bisher musste man beim Kauf oder Verkauf von Krypto-ETFs immer über Bargeld gehen. Jetzt dürfen sogenannte „Authorized Participants“ (in der Regel große Finanzinstitute) Bitcoin oder Ethereum direkt gegen ETF-Anteile tauschen, und umgekehrt, ohne einen Zwischenschritt über Bargeld zu machen. Das ist ein großer Fortschritt: Der Prozess wird dadurch schlanker, schneller und steuerlich effizienter.
Aber zuerst ein kurzer Blick darauf, was „Creations“ und „Redemptions“ eigentlich sind.

Dabei gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten, wie diese Vorgänge abgewickelt werden: über Sachwerte („in-kind“) wie Bitcoin & Co. oder über Bargeld.
Kurz erklärt:
- Creation (neue ETF-Anteile kreieren): Wenn die Nachfrage nach einem ETF steigt, können APs neue Anteile schaffen. Dazu übergeben sie dem ETF-Anbieter entweder Bargeld oder den zugrunde liegenden Vermögenswert, zum Beispiel Aktien oder Bitcoin. Im Gegenzug erhalten sie einen Basket neuer ETF-Anteile, die sie am Markt verkaufen können. So wird das Angebot erhöht und der Preis bleibt stabil.
Was ändert sich durch die Genehmigung der SEC? Anstatt mit Bargeld zu zahlen, kann ein Finanzinstitut jetzt direkt echte Bitcoins oder Ethereum an den ETF-Anbieter übergeben und erhält dafür ETF-Anteile.
- Redemption (ETF-Anteile werden zurückgegeben): Wenn das Angebot zu groß wird oder die Nachfrage sinkt, können APs ETF-Anteile zurückgeben. Sie senden die Anteile an den Anbieter und erhalten im Gegenzug entweder Bargeld oder den zugrunde liegenden Vermögenswert.
Was ändert sich durch die SEC-Genehmigung? Ein Unternehmen kann jetzt ETF-Anteile zurückgeben und bekommt dafür direkt Krypto, etwa Bitcoin oder Ethereum, anstelle von Bargeld.
Wie die In-Kind-Genehmigung der SEC dem Kryptomarkt hilft
Die Entscheidung der SEC, In-Kind-Creation und -Redemption für Krypto-ETFs zuzulassen, ist ein bedeutender Fortschritt für die Branche. Sie bringt mehrere Vorteile mit sich:
- Geringere Handelskosten: Der direkte Tausch von Kryptowährungen statt Bargeld reduziert zusätzliche Gebühren.
- Besseres Preis-Tracking: Die ETF-Preise können sich enger am tatsächlichen Marktpreis von Bitcoin oder Ethereum orientieren.
- Höhere Effizienz: Besonders vorteilhaft für große Institutionen und langfristige Anleger.
- Steuervorteile: In-Kind-Transaktionen können steuerpflichtige Ereignisse auf Fondsebene verringern, wobei Anleger immer ihre individuelle steuerliche Situation mit einem Berater abklären sollten.
Kurz gesagt: Ein klarer Gewinn für Anleger und den gesamten Kryptomarkt.

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