Ist das das Ende des Zyklus?

Ist das das Ende des Zyklus?

Nov 18, 2025
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In unserem letzten Update haben wir zwei Szenarien beschrieben: ein bullisches Szenario, in dem Bitcoin über 100.000 USD bleibt, und ein bärisches Szenario, das durch anhaltenden Stress verursacht wird. Da BTC nun unter 100.000 USD liegt und 27 Prozent unter seinem Höchststand notiert, befindet sich der Markt eindeutig im Bärenterritorium. Historisch gesehen dauern langfristige Rückgänge bei Bitcoin etwa zweieinhalb Jahre, während kürzere Korrekturen meist innerhalb von drei Monaten aufgeholt werden. Angesichts des Ausmaßes der Liquidationen und der weiterhin soliden Fundamentaldaten wirkt die aktuelle Entwicklung eher wie eine kurzfristige Bereinigung in Richtung gesünderer Bewertungen, sofern kein echtes unerwartetes Extremereignis eintritt.

Marktumfeld

Die Kryptomärkte haben ihren Rückgang fortgesetzt und die gesamte Marktkapitalisierung ist um weitere 200 Milliarden US Dollar gesunken. Der Einbruch bei Bitcoin hat einen umfassenden Abverkauf ausgelöst, wodurch die meisten Altcoins im Verlauf der Woche um 10 bis 15 Prozent gefallen sind und inzwischen mehr als 50 Prozent unter ihren Allzeithochs liegen. In dieser Woche wurden Long Positionen im Wert von fast 4 Milliarden US Dollar aufgelöst und Polymarket schätzt die Wahrscheinlichkeit, dass Bitcoin bis Jahresende 85.000 US Dollar erreicht, mittlerweile auf über 30 Prozent. Schauen wir uns die Analyse genauer an.

Gründe für den Rückgang

  • Erzwungene Liquidationen: Die jüngste Reduktion von Hebelpositionen traf auf eine ohnehin abnehmende Markt­tiefe, da die Liquidität in den Spot Orderbüchern derzeit ungewöhnlich niedrig ist. Unter solchen Bedingungen können selbst moderate Verkaufsimpulse zu überproportionalen Kursbewegungen führen.
  • Vermögende Bitcoin Anleger verkaufen und ETFs verzeichnen Abflüsse: Langfristige Halter haben in diesem Monat rund 42.000 BTC im Wert von etwa 4 Milliarden US Dollar abgestoßen. Gleichzeitig meldeten Spot Bitcoin ETFs drei Wochen in Folge Nettoabflüsse. Allein am Donnerstag kam es zu Rücknahmen im Umfang von 866 Millionen US-Dollar, dem zweitgrößten Wert seit Einführung der Produkte.
  • Makroökonomisches Liquiditätsdefizit: Der Government Shutdown und der Wiederaufbau des Treasury General Account haben weitere 150 Milliarden US-Dollar aus dem Finanzsystem gezogen, während staatliche Ausgaben weitgehend stillstanden. Die Liquiditätslage ist weiterhin unklar. Da Krypto zu den liquiditätssensibelsten Anlageklassen gehört, hat der Markt diese Entwicklung besonders deutlich zu spüren bekommen.
  • Stimmungsumschwung durch die AI Diskussion: Die zunehmende Debatte über eine mögliche Überbewertung im Bereich künstliche Intelligenz hat zu Umschichtungen aus Tech Werten geführt. Die Korrelation zwischen Bitcoin und Tech Aktien ist in den vergangenen Wochen auf über 80 Prozent gestiegen und macht Krypto damit anfällig für die breitere Neubewertung im Technologiesektor. Morgen richtet sich die Aufmerksamkeit besonders auf die Quartalszahlen von Nvidia.
  • Rückgang der Risikobereitschaft durch veränderte Erwartungen an die Fed: Deutlich restriktivere Kommentare der US Notenbank haben die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im Dezember von 95 Prozent auf 46 Prozent gedrückt und die Risikobereitschaft entsprechend belastet. Die Protokolle der FOMC Sitzung in dieser Woche sowie die Arbeitsmarktdaten werden entscheidend sein, ob sich die Stimmung wieder aufhellen kann.

Was der Markt signalisiert

  • Wichtige Kursbereiche: Der Bereich von 98.000 bis 100.000 US-Dollar bildet nun den zentralen Widerstand. Die erste bedeutende Unterstützung liegt bei 85.000 US-Dollar. Fällt der Kurs darunter, würde dies wahrscheinlich den Nachfragebereich um etwa 75.000 US Dollar ins Spiel bringen. On-Chain Daten zeigen allerdings bereits nennenswertes Käuferinteresse im Bereich von 80.000 bis 82.000 US-Dollar.
  • Indikator für Marktkraft: Der Relative Strength Index von Bitcoin befindet sich auf dem niedrigsten Stand seit dem Zusammenbruch von FTX im Jahr 2022, obwohl es aktuell kein vergleichbares unerwartetes Extremereignis gibt.
  • Abbau von Verschuldung: Das offene Interesse ist um neun Prozent auf 31 Milliarden US-Dollar gesunken und liegt damit wieder auf dem Niveau von Juli. Die Finanzierungsraten sind jedoch weiterhin positiv, was darauf hindeutet, dass gehebelte Long Positionen noch nicht vollständig abgebaut wurden.
  • Death Cross hinkt hinterher: Der gleitende Durchschnitt über fünfzig Tage hat gerade den über zweihundert Tage nach unten gekreuzt. Es ist bereits das vierte Mal in diesem Zyklus und das zweite Mal in diesem Jahr. Bei allen vorherigen Fällen markierte dieses Signal einen lokalen Tiefpunkt und keinen länger anhaltenden Abwärtstrend.

Positive Signale und Fundamentaldaten im Blick

  1. Der Verkaufsdruck lässt nach: Trotz erzwungener Liquidationen hat sich der großvolumige Abverkauf spürbar verlangsamt und Vermögenswerte gehen zunehmend in die Hände langfristig orientierter Anleger über. Historisch markiert dieser Übergang von schwachen zu starken Haltern oft die späte Phase eines Abverkaufs und leitet nicht selten die Bodenbildung ein.
  2. Die Liquiditätslage dürfte sich verbessern: Das bisherige Liquiditätsloch beginnt sich zu schließen. Der Government Shutdown ist beendet, staatliche Ausgaben laufen wieder an und das Programm zur quantitativen Straffung steht kurz vor dem Abschluss. Die globale Geldmenge wächst erneut und in früheren Zyklen hat Bitcoin solche Ausweitungen zunächst verzögert, dann aber deutlich nachvollzogen.
  3. ETF Pipeline und regulatorische Fortschritte: Über einhundert Krypto ETFs warten auf ihre Zulassung. Mit dem Clarity Act, der Anfang 2026 erwartet wird, könnte zudem ein weiterer wichtiger regulatorischer Unsicherheitsfaktor entfallen.
  4. Langfristige strukturelle Nachfragetreiber: Staatsverschuldung, Handelszölle und monetäre Verwässerung stützen weiterhin das Konzept des Werterhalts. Gold ist in diesem Jahr um etwa fünfzig Prozent gestiegen und hat Zuflüsse von mehr als 50 Milliarden US-Dollar verzeichnet, mehr als in den vergangenen zwanzig Jahren zusammen. Bitcoin gilt als digitale Fortsetzung dieses Themenkomplexes.
  5. Zyklen sprechen langfristig für Bitcoin gegenüber Tech: Abgesehen von ausgeprägten Bärenphasen hat Bitcoin in jedem Jahr des vergangenen Jahrzehnts den Technologiesektor übertroffen. 2025 ist das erste Jahr, in dem BTC zurückliegt, ohne dass ein Bärenmarkt vorliegt. Das schafft Potenzial für eine Aufholbewegung, sobald die Liquidität zurückkehrt und die Risikobereitschaft wieder steigt.
  6. Extreme Angst bedeutet nicht strukturelles Risiko: Die Stimmung liegt wieder auf dem Niveau von 2022, jedoch ohne damalige systemische Spannungen. Der Markt ist heute institutionell deutlich breiter aufgestellt und rund sechzehn Prozent des Bitcoin Angebots werden von Unternehmen, Staaten und ETFs gehalten. Historisch waren Angstniveaus dieser Größenordnung eher ein Hinweis auf Chancen als auf einen strukturellen Zusammenbruch.

Bull vs. Bear Szenarien

Bull Szenario → Konsolidierung und allmähliche Erholung (70 Prozent)

  • Wenn Bitcoin den Bereich zwischen 85.000 und 90.000 US-Dollar hält und anschließend den Bereich zwischen 98.000 und 102.000 US.Dollar zurückerobert, wäre das ein Zeichen dafür, dass der Verkaufsdruck nachlässt und der Weg in Richtung 110.000 bis 115.000 US-Dollar Anfang 2026 wieder offen sein könnte.
  • Mit dem weitgehenden Abbau von Hebelpositionen, nachlassenden ETF Abflüssen und einer sich verbessernden Liquiditätslage kann die Risikobereitschaft schrittweise zurückkehren, besonders bei qualitativ starken Altcoins, die aktuell über 70 Prozent unter ihren Höchstständen liegen.

Bear Szenario → Längere Belastungsphase (30 Prozent)

  • Ein Rückfall unter 85.000 US Dollar könnte die Korrektur in den Nachfragebereich von 75.000 bis 80.000 US-Dollar ausweiten. Das würde auf eine längere Phase der Seitwärtstendenz hindeuten und die Erholung verzögern, bis sich die Liquidität verbessert und die Marktstimmung stabiler wird.
  • Die Risiken hängen weiterhin vor allem vom makroökonomischen Umfeld ab, etwa politischer Unsicherheit, verzögerter geldpolitischer Lockerung und anhaltendem Druck auf die Liquidität und weniger von einer Verschlechterung kryptospezifischer Fundamentaldaten.

Wir befinden uns nun in dem Abwärtsszenario, das wir in unserem vorherigen Bericht beschrieben haben, doch die Struktur des übergeordneten Zyklus bleibt bestehen. Wenn sich die Liquidität weiter normalisiert und Bitcoin das Niveau von 100.000 US-Dollar zurückerobert, kann der übergeordnete Aufwärtstrend wieder einsetzen. Historisch haben ähnliche Rückgänge meist eine Konsolidierungsphase markiert, bevor der nächste Anstieg folgte. Die aktuellen Bedingungen sprechen weiterhin für eine technische Bereinigung und nicht für eine grundlegende Trendwende.

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