Wenn du dich schon einmal mit dem Handel von Kryptowährungen beschäftigt hast, bist du wahrscheinlich auf sogenannte Perpetual Futures Contracts gestoßen - meist einfach ‚Perps‘ genannt.
Aber was genau sind sie, und wie werden dezentrale Börsen wie Hyperliquid und dYdX zu wichtigen Akteuren in diesem Bereich?
Im Kern sind Perpetual Futures Derivate, mit denen man auf den zukünftigen Preis von Kryptowährungen spekulieren kann, ohne die Coins tatsächlich zu besitzen. Anders als klassische Futures-Kontrakte, die an einem festen Datum enden, haben Perpetual Futures kein Ablaufdatum - sie laufen unbegrenzt weiter.
Wie die Grafik unten zeigt, machen Krypto-Perpetual Futures zwar nur einen kleinen Teil des traditionellen Derivatemarkts aus, ihre Beliebtheit nimmt jedoch stetig zu.
Perpetual Futures funktionieren über einen Funding-Rate-Mechanismus, der den Preis des Perpetual Contracts an den Preis des zugrunde liegenden Spot-Marktes angleicht. Schauen wir uns das anhand einer einfachen Analogie an.
Stell dir vor, du mietest ein Haus von Monat zu Monat:
- Du besitzt das Haus nicht, genauso wie du beim Handel mit Perps Bitcoin nicht direkt besitzt.
- Du kannst so lange bleiben, wie du möchtest, genauso wie Perpetual Futures kein festes Enddatum haben.
- Du zahlst eine regelmäßige Funding-Gebühr, vergleichbar mit Miete, die zwischen Long- und Short-Positionen fließt. Liegt der Preis des Contracts über dem realen Marktpreis von Bitcoin, zahlen die Longs an die Shorts. Liegt er darunter, zahlen die Shorts an die Longs. Dieses Hin- und Her sorgt dafür, dass der Contract-Preis am tatsächlichen Marktpreis des Kryptoassets ausgerichtet bleibt.
Wenn die Nachbarschaft beliebter wird und die Immobilienpreise steigen, profitierst du, weil du deine Wette zuvor zu einem günstigeren Preis abgeschlossen hast. Fallen die Preise, musst du dennoch deine Verpflichtungen erfüllen.
Kurz gesagt ermöglichen Perpetual Futures Tradern eine flexible Möglichkeit, unbegrenzt auf Kryptopreise zu setzen – ohne das zugrunde liegende Asset je besitzen zu müssen.
In den vergangenen Jahren haben sich Perpetual Futures rasant entwickelt und gehören inzwischen zu den meistgehandelten Produkten im Kryptomarkt. Allein im ersten Quartal 2024 lag das Handelsvolumen von Bitcoin-Perpetuals bereits beim Dreifachen des Spot-Handels.
Wie dezentrale Börsen den Aufstieg der Perps vorantreiben
Lange Zeit wurde der Handel mit Perpetual Futures vor allem von zentralisierten Börsen (CEXs) wie Coinbase dominiert. Doch eine neue Generation dezentraler Börsen (DEXs) wie Hyperliquid und dYdX verändert das Marktbild rasant – wie die Grafik unten zeigt.

Auf dezentralen Börsen können Trader Perps direkt aus ihren Wallets handeln – in einem selbstverwahrenden und transparenten Modell, das zentrale Plattformen überflüssig macht. Dank Fortschritten bei Blockchain-Skalierbarkeit und Benutzerfreundlichkeit ist der Handel mit Perps on-chain heute schnell, kostengünstig und einfach. Das führt zu einer wachsenden Verlagerung hin zu On-Chain-Märkten und macht dezentrale Perps zu einem zentralen Treiber der nächsten Wachstumsphase im Kryptomarkt.
Im Jahr 2025 erreichte das Handelsvolumen dezentraler Perpetuals auf DEXs beeindruckende 2,6 Billionen US-Dollar, ein Anstieg von 138 % gegenüber dem Vorjahr, wobei führende Plattformen regelmäßig tägliche Volumina von mehreren zehn Milliarden US-Dollar verzeichnen.
Um dieses Wachstum zu veranschaulichen, betrachten wir die Leistung von zwei führenden Akteuren: Hyperliquid und dYdX.
Hyperliquid
Hyperliquid hat sich schnell zur führenden dezentralen Börse für Perpetual Futures entwickelt und bietet hohe Liquidität, niedrige Gebühren und enorme Handelsvolumina. Seit 2020 haben on-chain Perp-Plattformen ein kumuliertes Volumen von rund 6,7 Billionen US-Dollar abgewickelt, wobei Hyperliquid allein seit seinem Start 2023 2,07 Billionen US-Dollar beitrug. Heute verarbeitet die Plattform täglich über 8 Milliarden US-Dollar und dominiert 80 % des Marktes für dezentrale Perps. Durch den Aufbau der Kerninfrastruktur für blockchainbasierte Märkte ist Hyperliquid gut positioniert, um die nächste Wachstumswelle bei dezentralen Derivaten zu nutzen, während die institutionelle Adoption weiter beschleunigt.

dYdX
dYdX ist eine der ersten dezentralen Börsen (DEX), die Perpetual Contracts anbietet. Dank seines First-Mover-Vorteils hat die Plattform bisher ein kumuliertes Handelsvolumen von über 1,5 Billionen US-Dollar abgewickelt, was mehr als 20 % der insgesamt 7,2 Billionen US-Dollar entspricht, die bisher über dezentrale Perpetuals gehandelt wurden. Die Plattform generiert konstant etwa 7 Milliarden US-Dollar monatliches Handelsvolumen und verzeichnet seit zwei Jahren wöchentlich über 15.000 aktive Trader, was ihre Marktführerschaft unterstreicht.
Fazit
DEXs entwickeln sich zu einer bedeutenden Kraft hinter Perpetual Contracts. Ihre Zugänglichkeit, Transparenz und Sicherheit treiben die breite Akzeptanz voran. Die Integration von KI und fortschrittlicher Analytik wird Handelsstrategien und Nutzererfahrung weiter verbessern und DEXs wettbewerbsfähiger gegenüber zentralisierten Plattformen machen. Nach Rekordvolumina stehen Perpetual DEXs bereit, die nächste Wachstumsphase im Kryptomarkt 2025 voranzutreiben.











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